Stimmen im Internet und ihre wunderbare Diskussionsfreude

Thorben Wengert  / pixelio.de
Thorben Wengert / pixelio.de

Ach wie schön. Es ist immer wieder ein wunderbares Erlebnis, wenn man einen Tag oder Abend im Internet verbringt und vielleicht nebenbei aktuelle Medien verfolgt.

In der Welt ist so viel los und die Menschen um einen herum beschäftigt auch so vieles. Gerade da ist es doch wundervoll, wenn man ihnen bei etwas zuhören oder -sehen darf, was gelegentlich schon unüblich scheint.

Diskutieren. Kritik üben. Die Meinung sagen.

In den letzten Tagen erst las ich im großen, weiten Social Network – ok, nennen wir es beim Namen, Facebook – wie das Webteam einer bekannten Computerzeitschrift – ok, es war das Chip.de Team – sich positiv darüber äußerte, dass ihre Leserinnen und Leser sich gerne kritisch miteinander austauschen. Dazu gibt es noch einen netten Bericht auf der Hauptseite des Magazins auf den ich nun aber nicht verlinken möchte, da es eigentlich nebensächlich ist.

Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist, dass ich die Diskussionskultur des Internets als eines der faszinierensten Phänomene der aktuellen Zeit sehe. OK, das Internet ist seit Jahren ein besonders Diskussionsmedium, weil jeder irgendwie Zugriff darauf hat und die Angst Probleme wegen seiner eigenen Meinung geringer ist, als im kleinen Kaffeekreis.

Angefangen in Usenet, Maillisten, Foren und was es alles so gab, entwickelte sich das Thema Gemeinschaft im Internet mehr und mehr zu einer unglaublichen Verflechtung aller Gruppen. Egal welches Alter, Interesse oder was auch immer. Diskussionen führen alle. Vor allem jene, welche entweder keine Angst haben von Leuten ihrer Umwelt erkannt zu werden oder eben gerade jene, die sich von ihrem näheren Umkreis abheben möchten.

Jeder der eine klare Meinung hat möchte diese irgendwie mitteilen und andere davon überzeugen. Ich für meinen Teil liebe es inzwischen Nachrichten im Internet zu verfolgen. Das allgemeine Tagesgeschehen an sich mag ja schon interessant sein, doch gerade bei den Themen die einen interessieren, macht es doch besonders Spaß die Kommentare dazu zu lesen. Zu erfahren wie andere Menschen darüber denken und entweder jener Meinung zuzustimmen oder klar eine Gegenposition einzunehmen.

Was das Thema Live geschehen angeht sehe ich die Plattform Twitter als besonders faszinierend an. Jeder kennt zum Beispiel den Moment, in dem man fernsieht und mit den Leuten um einen herum redet, was gerade im Fernsehen passiert. Nun wird das ganze auf einer höheren Ebene noch interessanter, wenn man per Hashtag das Thema im nationalen und globalen Sinn erfasst.

So konnte man zum Beispiel heute erkennen, dass eine noch relativ neue Live Sendung, eines bekannten und gerne in Kritik geratenen TV Senders einen unglaublichen Tumult im Internet anrichtete. Insbesondere, weil jener Sender sogar noch darauf setzte, dass das Publik sein mobiles Endgerät nutzt. Eigentlich möchte ich nicht zu sehr auf das Thema eingehen, weil so etwas auch anders aussehen kann und es mir einfach darum geht, dass inzwischen kaum schneller und umfassender Meinungen und damit Stimmen und Stimmungen erfasst werden können. In diesem Fall entwickelte sich das ganze zum sprichwörtlichen „Shitstorm“, da der Sender anfangs zwar noch zeigte, dass er die Meinungen der Zuschauer ernst nimmt und dementsprechend das Sendungskonzept optimierte, aber im nächsten Moment nur schwer mit den bitteren Wahrheiten umgehen konnte, welche Teilnehmer der Show offenbarten.

Nun kann man sagen, dass viele der im Affekt offenbarten Meinungen über Twitter und Facebook nur bedingt gut reflektiert waren. Doch für mich ist einfach viel wichtiger, dass die Stimmen erhoben wurden. Dass so viele Menschen sagten was sie sich dachten. Die einen waren entrüstet. Die anderen fühlten sich bestätigt. Manche anaylsierten objektiv. Es ist einfach ein Erlebnis so viele Erfahrungen zu erleben, die man zum Teil selbst teilt und zum anderen Teil nachvollziehen kann.

Nun gibt es natürlich auch die negativen Seiten dieser Diskussionsfreudigkeit im Internet und auch sonst wo. Eines der beliebtesten Phänomene des Internets ist ja inzwischen der gemeine „Troll“ nicht. Damit ist nicht unbedingt ein komisches großes, merkwürdiges, starkes Wesen, sondern einfach ein Unruhestifter, der eben meist unter verdeckter Identität Administratoren ärgert. Vermutlich ist jedem schonmal irgendwo im Internet solch eine Person über den Weg gelaufen, die provokativ und uneinsichtig eine Meinung offenbart, nur um andere Leute die womöglich keine Ironie, Spaß oder was auch immer dahinter steckt, erkennen und daraufhin ihre – meist alltäglich – Meinung  vertreten.

Es gibt noch zahlreiche andere Phänomene und wer ein wenig im Internet herumreist, weiß auch ganz genau was er für bare Münze nehmen darf und was nicht.

Ich für meinen Teil wollte mit diesem kleinen – ok doch nicht so kleinen – Beitrag nur mitteilen, dass ich froh bin, dass es das Internet gibt und damit jedem das Forum eröffnet wird, seine eigene Meinung zu vertreten. Dass dies gelegentlich auch schmerzlich sein kann, weil viele Menschen uneinsichtig sind oder nicht sauber reflektieren, mag sein. Doch auf der anderen Seite gilt das auch für das Leben außerhalb der grenzenlosen Netzfamilie. Nur hat man im Internet das Glück, dass man sich schneller ein Umfeld suchen kann, in dem man sich wohler fühlen kann. 😉

Beste Grüße, wünsch ich all denen die gerade eben dies gelesen haben und vielleicht hat ja der ein oder andere sich, in diesem Geschreibsel wieder erkannt.

PS: Ja ich möchte abschließend noch zugeben, dass initiierend für diesen Post folgende Themen für mich waren. Zum einen das Thema Ice Bucket Challenge – ja, Wasser geht verloren, wenn man es sich über den Kopf gießt und kommt nie wieder, doch kann ich die wahre Kritik an dieser Thematik schon verstehen -, RTL und Rising Star – ja, es ist schon merkwürdig, wenn man bedenkt, dass manche Sänger scheinbar nicht ihren Song auswählen dürfen oder da etwas nicht ganz optimal lief -, und noch ein paar Dinge die mir leider gerade nicht mehr einfallen möchten. Vermutlich aber einiges aus dem Alltags geschehen. Auf jeden Fall, animiert das überfliegen der Facebook/Twitter Timeline und die damit aufscheinen Posts von Magazinen und anderen Quellen, zu solchen Posts 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*