Ideen, Schall und Rauch?

Erstaunlich. Im einen Post der Countdown zum November im nächsten ist es schon Februar des Folgejahres. Eigentlich wollte ich während dem NaNoWriMo mich auch etwas auf meiner lieben Seite hier verewigen. Geklappt hatte es aber leider nicht.

Was kann ich nun zum NaNoWrimo noch berichten? Ach ja, die 50.000 Wörter hab ich geschrieben. Um genau zu sein, waren sie am 4. November fertig und ich konnte mich freuen. Gleichzeitig war ich aber eigentlich noch lange nicht am Ende meines lieben Projekts. Rising Sun. Doch mein Wunsch, dass ich den Rest des Novembers nutze um das Buch weiterzuschreiben hatte leider nicht geklappt. Vermutlich wären es dann um die 100.000 oder eher 150.000 Wörter geworden. Doch das wäre wohl kaum das Problem gewesen.

Das Problem das sich mir stelle war wohl eher, dass ich meinem lieben Alltag vielleicht ein verlängertes Wochenende entfliehen konnte, doch die darauffolgende Zeit nicht mehr. Seminare und andere Großveranstaltungen sollten organisiert werden müssen. Der Bezug zum Geschrieben ging mit jedem Tag flöten, dazu kam noch, dass ich am Anfang noch ziemlich begeistert von meinem Werk war und immer gerne wissen wollte, wie es weiter ging, doch nach etwas stehen lassen feststellte, dass es sich zu etwas entwickelt hatte, mit dem ich nur bedingt einverstanden war. Denn ich hatte, so fühlte es sich für mich an, zu viel bekanntes in mein Werk integriert. Geschichten und Begebenheiten die ich selbst kannte. Während ich den Alltag, der irgendwie zum Teil hier verarbeitet wurde, noch ganz nett fand, so war es für mich irgendwie unmöglich damit einverstanden zu sein, dass ich unbewusst meine Charaktere auf etwas aufgebaut hatte, dass ich schon zu gut kannte. Vermutlich würde jemand anders zwar gewisse Ähnlichkeiten entdecken, wenn er das Ganze laß, gleichzeitig aber auch die unzähligen Unterschiede entdecken.

Rising Sun. Gefühl wurde es für mich fast eine Art Crossover von vielen Geschichten und Werken, die mich in den vergangenen Monaten und Jahren fasziniert hatten, doch auf der anderen Seite fühlte es sich für mich falsch an, dass ich mir aus diesen Ideen etwas neues erschuf.

Man kann nun sagen, dass es in der heutigen Zeit meistens so ist, dass Werke nichts wirklich neues sind. Das es jede Geschichte irgendwo schon gab und dass jeder dauernd nur irgendwelchen Abklatsch von anderen Geschichten schrieb. In meinem Fall hatte ich die Inspiration und Faszination aus verschiedensten Bereichen entrissen und in ein neues Szenario zusammengefügt. Doch war es ok, wenn man sich von anderen Werken so weit inspirieren ließ? Es fühlte sich falsch und richtig an, doch das Problem war wohl kaum die Handlung des Geschehens. Die Handlung meiner Geschichte war eigenständig und fühlte sich für mich fast schon zu unspektakulär an, doch das Setting, welches sich für mich wie eine Mischung aus all jenem was ich in letzter Zeit gesehen und gelesen hatte anfühlte. Dieses Setting machte mir Sorgen.

Ich erinnere mich gut, wie ich einem Freund die ersten Kapitel zum Lesen gab und es ihn direkt interessierte wie die Geschichte weiterging. Gleichzeitig konnte er mir aber auch beim weiteren lesen genau sagen, von woher der Charakter stammte, den ich als einen der Protagonisten eingesetzt hatte. Gerade in der Anfangsphase des Romans waren einfach zu viele Ähnlichkeiten da. Charakter, Hintergründe und was eben so dazugehörte. Mit dem Fortführen der Geschichte änderten sich zwar die Charaktere immer mehr in eigene Wesen und wurden dadurch einzigartig. Doch bleibt nicht ewig dieser fade Nachgeschmack, dass am Anfang ein Charakter, ein Ort, eine Begebenheit, was auch immer, an etwas Bekanntem angelehnt sein könnte?

Mich hatte dies ehrlich gestört, als ich die Tage darauf mir überlegte an der Geschichte weiterzuarbeiten. Gleichzeitig blieb aber in mir die Leere. Die Leere, dass ich etwas in Stich ließ. Ich fühlte mich irgendwie so, als würde ich auf der einen Seite meine eigene Geschichte verraten. Als würde ich die Charaktere an einem der schlimmsten Wendepunkte in der ganzen Geschichte hängen lassen und das hatte ich ehrlich getan. Doch auf der anderen Seite fühlte es sich alles auch so falsch an. Als wäre diese Welt die ich in meiner Geschichte aufgebaut hatte nur Schall und Rauch. Als würde alles nur ein schlechter Abklatsch von etwas anderem sein und das obwohl ich mein eigenes Ding gemacht hatte. Doch es blieb in meinen Gedanken und nun stehe ich noch immer, bald drei Monate später, an diesem Punkt und frage mich wie es weitergehen soll.

Ich hoffe, dass ich eine Antwort auf diese Frage finde. Irgendetwas in mir möchte nicht an meiner Geschichte aufgeben. Diese Geschichte, von der ich fast schon träume, dass ich sie eines Tages gedruckt in den Händen halten darf. Natürlich nach unzähligen Korrekturen. Doch die Frage ist bloß, ob ich diesen Traum wirklich machen kann und zeitgleich auch mit dem Ergebnis so zufrieden sein werde, dass ich nicht immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich das Buch nur ansehe oder daran denke.

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