Von Arbeit am Tag, Arbeit in der Nacht und der Holomorphie von Freizeit und Arbeit

Ja es gibt Momente, da wundert man sich, dass die Zeit wie im Flug vergeht, während man doch gerade fleißig am Arbeiten ist. Vermutlich ist es eine Krankheit derer, die viel und gern am Computer und im Internet arbeiten, gleichzeitig aber die späten Nachtstunden als extrem anregend und inspirierend erachten.

Gilt in diesem Fall wohl auch stark für mich. Kaum ist man mal ein paar Tage ohne anstehende Prüfungen, kann man schon wieder ganz andere Dinge erarbeiten. Logos können entworfen werden, die eigene Website kann mal wieder auf Vordermanngebracht werden und auch Projekte für die man zuständig ist, werden wieder mehr bearbeitet.

Gleichzeitig bemerkt man aber auch, dass unterschiedliche Arbeitszweige stark getrennt von einander sind. Während tagsüber und vielleicht noch in den frühen Abendstunden noch die Probleme des Alltags und des realen Umfelds wichtig sind, werden zu später Stunde langsam die eher virtuell angehauchten Probleme interessant.

Man könnte meinen, dass ein zweites Leben einen ruft. Teilweise ist es wohl fast so. Der Tag fürchtet sich vor der Nacht und die Nacht vor dem Tag. So lassen sich die Aufgaben des Tags genauso schwer in der Nacht erledigen wie jene des Tags. Natürlich kann man keine ganz klare Unterteilung zwischen Real und Virtuell mit den Tageszeiten ausmachen, doch habe ich auch festgestellt, dass einige Programmieraufgaben für die Uni, die ja eigentlich einen realen Zweck hatten, meist in der Nacht besser zu erarbeiten waren. Vielleicht liegt es wohl doch einfach daran, dass man an virtuellen Werken arbeitet, doch da fragt man sich auch fast schon wieder, was die Arbeit am Tag dann noch darstellt, denn diese wird doch auch noch genug vorm PC bearbeitet. OK. Vielleicht wird noch ein Telefon in die Hand genommen oder man geht zu jemanden hin, um mit diesem etwas abzuklären, aber ich hab in letzter Zeit genügend Abendtermine gehabt, die in diese Kategorie auch passten und sie waren nicht im Internet vertreten, sondern in der Landeshauptstadt um die Ecke.

Nein, die ganze Thematik was arbeitet man wann, ist nicht klar differenzierbar. Doch irgendwie kann man trotzdem verliert man die Idee nicht aus dem Kopf, dass es doch eine Form von mehreren Leben ist, die man so führt. Eine ist bloß anders Produktiv unterwegs als die Andere, wobei ich es doch faszinierend finde, wie ich teilweise den ganzen Tag etwas zutun habe und es dann doch entspannend finde, einfach mit einer gegensätzlichen Aufgabe zu anderer Stunde weiterzumachen. Denn hier treffen sich wohl Hobby, Arbeit, Interessen und Ausgleich und bilden eine interessante Einheit. Das einzige Problem, welches trotzdem bleibt ist die körperliche Auszeit. Der Schlaf, den auf den vergisst man trotzdem immer und wenn man ihn sich mal nimmt, will man ihn gar nicht mehr loslassen.

Dementsprechend wäre es das wohl auch, was ich mit diesem Beitrag sagen wollte. Das Web und seine Tiefen der Arbeitsmöglichkeiten haben mich mal wieder in ihren Bann gezogen, während ich Tagsüber mich um weltliche Probleme zu kümmern hatte und jetzt irgendwann, nach ungefähr fünfzehn Stunden wach sein und alles Mögliche machen ohne wirklich Arbeit von Freizeit differenzieren zu können, werde ich wohl auch nun mich ins Bett werfen müssen.

Das Fazit lautet: Es ist faszinierend, dass man zwei verschiedene Arbeitsbereiche an einem Tag zu verschiedenen Zeiten bearbeiten kann und sich trotzdem ziemlich ausgeglichen fühlt, doch sollte man vielleicht doch gelegentlich wieder lernen Freizeit und Arbeit klarer zu differenzieren, denn es ist merkwürdig, wenn die Arbeit sich wie Freizeit anfühlt und die Freizeit wie arbeit. Ins Besondere, wenn man selbst nicht mehr weiß, was von beiden was war.

Vielleicht muss man ja komplex denken, wenn Freizeit nicht mehr einfach von Arbeit zu differenzieren ist. Vielleicht macht dann auch das Wort Holomorphie im Titel einen Sinn, schließlich geht es ja dabei um die komplexe Differnzierung.

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